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KVG-Familie: zwei Kinder, gleiche Kasse oder getrennt?

Von Équipe JA Technology · Veröffentlicht am 28. Oktober 2027 · 4 Min. Lesezeit

KVG-Familie: zwei Kinder, gleiche Kasse oder getrennt?
Foto © Gestumblindi · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Sie sind ein Paar mit zwei Kindern und fragen sich, ob Sie alle bei derselben Krankenkasse versichern oder Eltern und Kinder nach den günstigsten Modellen aufteilen sollten. Das KVG lässt volle organisatorische Freiheit: Jedes Familienmitglied kann eine eigene Kasse, ein eigenes Modell und eine eigene Franchise haben. Dieser Beitrag bietet eine praktische Methode, um beide Strategien rein anhand von Sparpotenzialen in Prozent zu vergleichen, ohne sich in Zahlen zu verlieren.

Warum sich die Frage für eine vierköpfige Familie stellt

In der obligatorischen Grundversicherung ist jede Person einzeln versichert, auch die Kinder. Einen einheitlichen «Familienvertrag» im Sinne des KVG gibt es nicht: Sie summieren vier getrennte Prämien. Genau diese Individualisierung öffnet die Tür zur Optimierung, denn nichts zwingt Sie, alle am selben Ort zu versichern.

Die Versuchung zur Bündelung ergibt sich vor allem aus zwei praktischen Vorteilen. Erstens gewähren einige Kassen einen Familien- oder Kinderrabatt, wenn mehrere Mitglieder eines Haushalts dort versichert sind. Zweitens bedeutet eine einzige Kasse eine Verwaltung, einen Ansprechpartner und zentrale Abrechnungen. Es bleibt zu prüfen, ob dieser Komfort kostet oder sich tatsächlich lohnt.

KVG-Familie: zwei Kinder, gleiche Kasse oder getrennt?

Sparhebel speziell bei den Kindern

Kinder fallen in die Altersgruppe 0-18 Jahre und profitieren von deutlich tieferen Prämien als Erwachsene. Ihre Franchise funktioniert ebenfalls anders: Sie kann ohne Aufschlag auf null festgelegt werden, bis zu einem Maximum von 600 CHF. Der Selbstbehalt von 10 % ist bei einem Kind auf 350 CHF pro Jahr begrenzt, gegenüber 700 CHF bei Erwachsenen, was das finanzielle Risiko mechanisch begrenzt.

Mehrkinderrabatt Hier wird die Bündelung interessant. Viele Kassen staffeln die Prämie ab dem zweiten und dann dem dritten bei ihnen versicherten Kind. Bei zwei Kindern kann dieser Rabatt eine erhebliche Reduktion bedeuten, oft in der Grössenordnung von 10 bis über 20 % auf der Prämie des zweiten Kindes. Diesen Hebel gibt es nur, wenn beide Kinder bei derselben Kasse sind.

Sparhebel speziell bei den Eltern

Bei Erwachsenen entscheidet sich die Ersparnis vor allem über das Versicherungsmodell und die Franchise. Der Wechsel vom Standardmodell zu einem alternativen Modell (Hausarzt, HMO, Telemedizin, Apotheke) senkt die Prämie, in der Regel um 10 bis 25 % je nach Formel und Region. Die Anhebung der Franchise von 300 CHF auf maximal 2'500 CHF senkt die Prämie weiter, im Gegenzug für ein höheres selbst getragenes Risiko.

Die besten Alternativmodelle werden je nach Kanton aber nicht von denselben Kassen angeboten. Ein gesunder Elternteil kann daher gut beraten sein, die Kasse mit dem günstigsten Telemedizin-Modell am Wohnort zu wählen, auch wenn diese Kasse nicht den besten Kinderrabatt bietet. Diese Divergenz ist der Kern der Abwägung.

Die Vergleichsmethode in Prozent

Gehen Sie in drei Schritten vor. Erste Variante, das Szenario «alles gebündelt»: Holen Sie bei mehreren Kassen ein Angebot für alle vier Mitglieder mit angewandtem Familienrabatt ein und notieren Sie die Gesamtsumme. Zweite Variante, das Szenario «getrennt»: Wählen Sie für jeden Elternteil die Kasse mit dem besten Alternativmodell und für beide Kinder die Kasse mit dem besten Mehrkinderrabatt, und addieren Sie dann.

In relativen Differenzen denken Vergleichen Sie anschliessend beide Summen nicht in Franken, sondern als prozentuale Differenz. Bringt die Trennung weniger als 3 bis 5 %, rechtfertigt der administrative Komfort einer einzigen Kasse oft das Bündeln. Darüber hinaus lohnt sich der Aufwand für zwei Kassen. Nutzen Sie das offizielle Vergleichstool des BAG als neutrale Basis, Modell für Modell, Franchise für Franchise.

Entscheiden nach Familienprofil und KVG-Kalender

Die richtige Wahl hängt von Ihrem Gesundheitsverbrauch ab. Eine Familie, die selten zum Arzt geht, profitiert von hohen Franchisen und Alternativmodellen, was oft zur Trennung führt. Eine Familie mit einem regelmässig behandelten Kind behält für dieses Kind eine tiefe Franchise und optimiert gleichzeitig die übrigen Mitglieder: Die individuelle Logik gewinnt erneut gegenüber der systematischen Bündelung.

Welche Strategie auch immer, halten Sie den Kalender ein. Der Kassenwechsel auf das Folgejahr verlangt eine Kündigung, die vor Ende November eintrifft, mit einer Frist von einem Monat. Ein Neugeborenes muss innerhalb von 3 Monaten nach der Geburt versichert werden, rückwirkend auf den Geburtstag. Beginnen Sie den Vergleich, sobald die neuen Prämien im Herbst eintreffen.

Häufige Fragen

Dürfen Eltern und Kinder bei verschiedenen Kassen sein?

Ja, ohne jede Einschränkung. In der KVG-Grundversicherung ist jede Person einzeln versichert, auch die Kinder. Nichts zwingt eine Familie zu einer einzigen Kasse. Sie können jeden Elternteil und jedes Kind in der Kasse, dem Modell und der Franchise versichern, die für sein Profil am günstigsten sind, und dann die Prämien addieren. Die einzige Einschränkung ist administrativ: mehrere Ansprechpartner zu verwalten.

Macht der Familienrabatt das Bündeln immer zum Gewinner?

Nicht zwangsläufig. Der Mehrkinderrabatt ist real und kann die Prämie des zweiten Kindes spürbar senken, betrifft aber nur die Kinder. Wenn eine andere Kasse den Eltern ein deutlich günstigeres Alternativmodell bietet, kann der Gewinn bei den Erwachsenenprämien den Familienrabatt übertreffen. Vergleichen Sie beide vollständigen Szenarien als prozentuale Differenz, bevor Sie entscheiden.

Welche Franchise für Kinder wählen?

Bei Kindern kann die Franchise ohne Aufschlag auf null gesetzt werden, bis zu einem Maximum von 600 CHF. Eine Nullfranchise eignet sich für ein regelmässig behandeltes Kind, da der Selbstbehalt auf 350 CHF pro Jahr begrenzt bleibt. Für ein gesundes Kind, das selten zum Arzt geht, senkt eine höhere Franchise die Prämie. Die richtige Einstellung hängt von den erwarteten Behandlungen ab, Kind für Kind.

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